ZuMult am HZSK

Wie das IDS in Mannheim hat sich der Hamburger Teil des ZuMult-Projektes den eher technischen Aufgaben der Projektarbeit verschrieben. Das Projekt ist am Hamburger Zentrum für Sprachkorpora verortet, das mit seinen Vorgängerprojekten seit fast fünfzehn Jahren Methoden und Technik für die Arbeit mit Korpora gesprochener Sprache erarbeitet und anbietet.

SFB 538, Z2

Das HZSK ist aus dem dem Projekt „Computergestützte Erfassungs- und Analysemethoden multilingualer Daten“ (Z2) des Sonderforschungsbereiches 538 „Mehrsprachigkeit“ hervorgegangen, an dem sprachliche Formen des multilingualen Sprachgebrauchs erfasst, dokumentiert, beschrieben und analysiert wurden, um Hypothesen über Faktoren, die den multilingualen Sprach­gebrauch und Spracherwerb sowie Sprachwandel in Sprachkontaktsituationen bestimmen oder beeinflussen, zu überprüfen. Ziel des Z2-Projektes war es dabei, auf der Basis aktueller texttechnologischer Forschung methodische und technologische Grundlagen für den Computereinsatz in der Mehrsprachigkeitsforschung zu schaffen, und davon ausgehend Software-Werkzeuge zu entwickeln.

Ein Ergebnis dieser Arbeit war die Entwicklung von EXMARaLDA, einem System für das computergestützte Arbeiten mit (vor allem) mündlichen Korpora. Es bestand zunächst aus einem Transkriptions- und Annotationseditor (dem Partitur-Editor), und wurde im Laufe der Zeit um ein Werkzeug zum Verwalten von Korpora (Corpus-Manager) und einem Such- und Analysewerkzeug (EXAKT) erweitert. EXMARaLDA wird weltweit von Forschern in unterschiedlichsten Zusammenhängen zur Analyse gesprochener Sprache eingesetzt und weiterhin vom Hamburger Zentrum für Sprachkorpora in Kooperation mit dem IDS in Mannheim betreut und weiterentwickelt.

In der späteren Phase beschäftigte sich das Z2-Projekt dann besonders mit der nachhaltigen Aufbereitung der am SFB entstandenen Sprachkorpora und bereitete eine Lösung vor, mittels derer die so entstandenen Daten über die Laufzeit des SFB hinaus für Forschung und Lehre nutzbar gehalten werden können und die Werkzeuge zur computergestützten Erstellung und Analyse von mehrsprachigen Daten zukünftig einsatzfähig bleiben.

Gründung des HZSK

Im Januar 2011 wurde auf Initiative der Mitarbeiter des Z2-Projektes das Hamburger Zentrum für Sprachkorpora (HZSK) als Forschungszentrum an der Fakultät für Geisteswissenschaften gegründet. Satzungsgemäß eher lose als „Zusammenschluss von Forschenden und Lehrenden aus verschiedenen Fachbereichen der Universität Hamburg“ konzipiert, etablierte es sich nach dem Auslaufen des Sonderforschungsbereiches als zentrale Anlaufstelle bei Fragen zur Methodologie in der Erforschung gesprochener Sprache und als institutionelle Basis für einschlägigen Drittmittelprojekte, die das Zentrum auch personell am Leben erhalten und damit die Nachhaltigkeit, d.h. die langfristigen Verwendbarkeit und Verfügbarkeit empirischer digitaler Sprachdaten gewährleisten – nicht nur der Korpora aus dem SFB.

CLARIN und LIS

So war (und ist) das HZSK eines der ersten CLARIN-DE-Zentren in Deutschland und beherbergte schon vor ZuMult ein im LIS-Programm gefördertes DFG-Projekt „Etablierung eines Schwerpunkts ‚Mehrsprachigkeit und Gesprochene Sprache‘ am Hamburger Zentrum für Sprachkorpora“ , das wertvolle Vorarbeiten für unser aktuelles Projekt geleistet hat.

INEL

Seit 2016 ist am HZSK auch das Langzeit-Akademienprojekt INEL („Grammatiken, Korpora und Sprachtechnologie für indigene nordeurasische Sprachen“, Indigenous Northern Eurasian Languages) angesiedelt, das die Erschließung sprachlicher Ressourcen indigener Sprachen sowie ihre Bereitstellung über eine digitale Forschungsinfrastruktur zum Ziel hat. Das Projekt setzt dabei auf die existierende Infrastruktur des HZSK auf und entwickelt diese weiter.

 

Das Hamburger ZuMult-Team

Projektleiter und Antragsteller für das Hamburger ZuMult-Projekt ist Kai Wörner, der alle Phasen der Genese des HZSK miterlebt hat und jetzt im „Zentrum für nachhaltiges Forschungsdatenmanagement“ der Universität Hamburg arbeitet. Er wird in der Projektleitung von Hanna Hedeland unterstützt, die ebenfalls bereits seit SFB-Zeiten dabei ist und zur Zeit die Geschäftsführung des HZSK innehat. Mit der Planung und Umsetzung der technischen Infrastruktur und den bereitzustellenden Zugängen beschäftigt sich eine wisschenschaftliche Mitarbeiterin und wird dabei von einer studentischen Hilfskraft unterstützt.

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